Schmerzensgeld: neue Berechnungsmethode

Ein OLG hat eine neue Methode zur Berechnung des Schmerzensgeldes angewandt. Das OLG Frankfurt a.M. hat sich in einem Urteil vom 18.10.2018 (Az. 22 U 97/16) erstmals nicht an den üblichen Schmerzensgeldtabellen orientiert, sondern eine taggenaue Methode zur Berechnung des Ersatzbetrages verwendet.

Nach Ansicht des OLG stehe bei der Bemessung des zu schätzenden Betrages der konkrete Einzelfall im Mittelpunkt. Die angewandte Methode, welche eine taggenaue Berechnung unter Berücksichtigung der im Zeitablauf unterschiedlichen Behandlungsarten und Schadensfolgen vornehme, ermögliche eine angemessenere Berechnung. Die neue Berechnungsweise basiert dabei auf einem prozentual ausgedrückten Tagessatz des vom statistischen Bundesamt ermittelten jährlichen durchschnittlichen Bruttonationaleinkommens je Einwohner, welcher mit einem weiteren prozentual ermittelten Faktor für den Grad der Schädigungsfolgen multipliziert wird. Tabellenmäßig erfasste Schmerzensgeldentscheidungen anderer Gerichte seien letztendlich weder Maßstab noch Begrenzung. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese neue Methode auch in anderen Gerichtsbezirken durchsetzt.

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